Tageszinsen
Unter Tageszinsen versteht man einen auf Tage umgerechneten Jahreszins. Ein Zinssatz wird im Bereich Geldanlage immer p.a. (per anum)angegeben, also pro Jahr. Häufig wird der Begriff Tageszinsen daher fälschlicherweise mit dem Begriff Tagesgeld verwechselt oder synonym verwendet. Tagesgeld beschreibt jedoch lediglich eine Geldanlage, die täglich verfügbar ist und daher auch auf den Tag genau verzinst und abgerechnet wird. Die Angabe von Tageszinsen ist sehr wenig verbreitet und würde beim Anleger nur für Verwirrung sorgen. Da die meisten Formen der Geldanlage einige Monate oder Jahre andauern, ist die Angabe eines Zinssatzes welcher auf das Jahr bezogen ist deutlich sinnvoller. Die Angabe von Tageszinsen wird häufig für die Aufstellung von Forderungen verwendet. Dabei wird die Grundforderung zuzüglich aller Kosten und Tageszinsen aufgelistet und dem Schuldner zugeschickt.
Für die Zinsrechnung in den meisten Bereichen spielen Tageszinsen keine Rolle, da hier mit von einem Zinssatz (p) bezogen auf das Jahr gearbeitet wird und ein Jahr mit 360 Tagen zu Grunde gelegt wird. Der Zinssatz für Tagesgeld ist ein variabler Zinssatz. Das bedeutet, die Angabe von beispielsweise 4,00 % p.a. bedeutet zwar eine jährliche Verzinsung in Höhe von 4,00 %, jedoch nur wenn davon ausgegangen wird, das der Zinssatz unter dem Jahr nicht angepasst wird. In der Praxis sind Tagesgeldzinsen die über ein Jahr lang nicht angepasst werden sehr selten. Die Bank ist berechtigt dazu, quasi jederzeit eine Anpassung der Zinsen vorzunehmen. Das kann z.B. passieren, wenn der Leitzins von der Europäischen Zentralbank (EZB) angepasst wird. Die Zinsen für den Geldmarkt orientieren sich unter anderem stark an der Vorgabe des Leitzinses. Natürlich ist es für den Anleger umständlich, keine Garantie für den Tagesgeldzins bzw. die Tageszinsen zu erhalten. Die Rendite kann im Vorfeld nicht berechnet werden und steht erst nach Ablauf der 12 wirklich fest. Der Anleger hat jedoch auch einen entscheidenden Vorteil von Tagesgeld. Er ist dazu berechtigt, jederzeit über das Angelegte Geld zu verfügen und die Anlagesumme zu erhöhen oder zu vermindern. Damit besteht keine Gefahr, dass während der Geldanlage ein plötzlicher Liquiditätsengpass entsteht. Banken arbeiten mit dem Geld ihrer Kunden und benötigen es um im Investmentbanking entsprechende Gewinne einzufahren. Das genaue Gegenteil stellt die Geldanlage in Festgeld dar. Hier werden dem Anleger in der Regel deutlich höhere Zinsen als für Tagesgeld angeboten, sofern der Anlagezeitraum ein oder mehrere Jahre beträgt. Der Zinssatz für Festgeld ist von der Bank garantiert und wird bei Vertragsabschluss festgelegt. Die Bank muss jedoch auch nicht damit rechnen, dass der Anleger nach kurzer Zeit wieder über das angelegte Geld verfügen will. Erst nach Ablauf der Geldanlage kann der Kunde wieder über das Geld verfügen. Damit besteht für die Bank keine Gefahr, dass mehrere Kunden gleichzeitig höhere Geldsummen abheben möchten.
Man kann sagen, dass der Kunde sich die höheren Zinsen durch eine Garantie für die Bank erkauft. Tagesgeld und Festgeld bieten für den Anleger also unterschiedliche Vorteile, die je nach Situation mehr oder weniger geeignet für den Anleger ist. Zum Vergleich von Tageszinsen/Tagesgeldzinsen und Festgeldzinsen können verschiedene Portale im Internet genutzt werden. Durch die Hohe Anzahl an unterschiedlichen Banken auf dem Markt, ist ein Tageszinsen Vergleich bzw. Festgeld Vergleich durchaus sinnvoll und notwendig. Besonders Direktbanken ohne eigene Filialen können deutlich höhere Zinsen bieten, also von großen Banken wie Sparkassen etc. geboten werden. Die Einsparungen durch wegfallende Miet- und Personalkosten machen es Direktbanken möglich, höhere Tageszinsen und Festgeldzinsen anzubieten.
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